Eine Allee als Ortseingang

Eine Allee ist eine Straße, die beidseitig von Bäumen eingefasst ist. Vor allem in der
Brandenburger Region sind viele solcher Alleen zu finden. Sie sind in der heutigen Zeit noch etwas Besonderes, was man eigentlich erhalten sollte. In Brandenburg findet man die meisten Alleen in Deutschland, etwa noch 10.000 km. Die Alleen entstanden etwa in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts und sie hatten verschiedene inhaltliche Aufgaben, wie den Windschutz für Kutschen und Reiter, für militärische Zwecke und im Winter fand man den Straßenverlauf durch die Baumeinfassung besser gekennzeichnet. Da man früher auch mehr Obstbäume in den Alleen fand, sorgten diese Bäume noch zur Versorgung der Menschen im Dorf und in der Stadt.
Auch heute findet man auf einer Fahrt durch die Alleen Brandenburg viel Interessantes. So wird vor allem in den ländlichen Bereichen Brandenburgs die Allee immer wieder zur Ortseingangsstraße in ein Dorf und wenn man dieses durchfahren hat, dann befindet man sich wieder auf einer Allee, die mit ihren schönen alten Bäumen den Menschen beeindrucken kann. Da die meisten Bäume schon zwischen 80 und 90m Jahren alt ist, sind sie auch schon sehr groß und kompakt, sodass man unter diesen Bäumen wie in einem Tunnel fährt. In Brandenburg haben viele Dörfer Alleen als Dorfeingang oder Ortsausgang, bis hin zur nächstgelegenen Stadt.
Dass die Alleen einen Bestandschutz hatten, zeigte der Alleenerlass vom 26.2.1841, in dem das Ministeriums des königlichen Hauses und des Finanzministeriums eine Mitteilung an sämtliche königlichen Regierungen verbreitet, in welcher von „ des Königs Missfallen“ gesprochen wird, weil „Bäume umgehauen oder sonst weggeschafft worden sind und das Land ihrer Zierde beraubt wurde.“ Weiter hieß es, dass „aufs Strengste darauf zu sehen, dass Lichten und Aushauen prachtvoller Alleen, wie solches seine Majestät hier und da bemerkt habe, künftig durchaus unterbleibe.” Man war sich damals durchaus der landschaftsästhetischen und kulturhistorischen Bedeutung der Alleen bewusst.
Dass es heute in Ostdeutschland noch prächtige Alleen gibt, hat mit dem Ausbau der Straßen zu tun. Da es wenig Kraftfahrzeuge gab, wurden die Straßen nicht umfassend erneuert, so war der Belag in den Alleen meist Kopfsteinpflaster, welches sehr pflegeleicht war und man diese Straßen nicht umbauen musste. Im Westen wurden in den 50er und 60er Jahren fast alle Alleen vernichtet, da sie nicht dem Leitgedanken einer „autogerechten Stadt“ entsprachen. Nachweislich wurde durch den massiven Straßenbau der natürliche Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen unwiederbringlich zerstört und auch 50.000 km Alleenstraßen zum Opfer.
In Brandenburg machen sich Initiativgruppen zum Erhalt der stattlichen Alleen stark, die fordern, dass die Bäume nur noch von Fachpersonal gepflegt werden, um deren Erhalt zu sichern und zu bewahren.

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